Momentaufnahme des Glücks
Glücklich, einen Moment, jetzt gerade, in deinen Armen liegend.
Zusammen auf der Couch liegend, schmusend, wie Verliebte. Könnte jemand den Unterschied feststellen?
Wir spielen miteinander auf der Couch, langsam ausziehen, soviel küssen, soviel Nähe, so zärtlich, wie als hätten wir alle Zeit der Welt und es gäbe niemanden sonst rundherum.
Dann gehen wir ins Bad um in die heiße Wanne zu steigen, aber es ist zu verführerisch und ….
Das Baden ist reinste Entspannung. Wir liegen zusammen da und schlafen beinahe ein im warmen Wasser, erschöpft und ausgelaugt von vorhin.
Dann spielen wir mit der neuen Kamera, machen Fotos von uns und bearbeiten sie am Computer.
Bis wir wieder schmusend im Bett landen, wo wir uns einfach genießen ohne Stress, experimentieren, Sachen ausprobieren, die man in einer Beziehung wohl nicht versucht, warum bloß?
Es ist alles so entspannt, easy, wir reden über alles, probieren aus was wir mögen und letztendlich liegen wir einfach nur so da und halten uns, halten uns ganz fest, ineinander verknäuelt, als würden wir uns lieben und als könnte nichts auf der Welt uns trennen.
Kein Sex, nur noch Zärtlichkeit und Nähe.
Jetzt bist du am Heimweg und ich wünsche mir mehr Nachmittage wie diesen. Innerlich damit abgefunden, dass sie zu Ende gehen, dass sie Ausreißer im Alltag sind, dass der Alltag einfach anders ist.
Diese Nachmittage sind eine Illusion, eine Unwirklichkeit, so unwirklich, dass ich jetzt bereits nicht mehr weiß, ob das alles wirklich passiert ist.
So unwirklich, dass ich nicht darauf schwören würde, dass er heute wirklich bei mir war.
In Wirklichkeit war das ein Traum, wie jeder seiner Besuche, auch wenn die Spuren des Traums noch herum liegen und dieser Geruch noch in der Luft liegt, noch riecht mein Bademantel nach ihm, noch kann ich seine Gegenwart fast spüren, aber ich bin mir jetzt schon nicht mehr sicher, ob seine Küsse Erinnerung oder Traum waren.
Ich habe noch Reste des mich geborgen fühlens hier in mir und versuche sie festzuhalten und gegen die Kälte der Realität anzukämpfen.
Ich habe ihm heute alle meine Liebe gegeben, damit ich nicht hier sitzen muss mit soviel Liebe in mir und nicht weiß wohin damit.
Unsere Körper wissen, dass sie zusammen gehören, unsere Seelen auch. Nur unser Verstand hält uns getrennt und die Tatsache, dass wir nicht zusammen sein dürfen.
Warten auf ein Wunder? Oder akzeptieren der Realität?
Ich darf nicht warten. Aber ich werde jeden illusorischen Moment genießen den ich mit ihm verbringen kann, solange es möglich ist.