Große Lieben!
Wolfgang:
Im Schafbergbad, ich war fast 17, das erste Mal verliebt.
In einen von den ruhigeren, die intelligent wirken, obwohl er das nicht war. Er wirkt ein bisschen erwachsener als die anderen, vielleicht weil er weniger laut war, ich mochte die lauten Jungs die ständig irgendwas rüber gerufen haben nicht so sehr.
Er war dunkelblond, grüne Augen und irgendwie der Typ …äh Mann kann man nicht sagen, aber der männliche Typ, der mir noch immer gefällt.
Was seltsam ist, dieser Typ Mann gefällt mir, erinnert mich aber eher an die Zeit, als es mehr schwärmen als sonst was war. Er ist nicht der Typ mit dem ich mir wirklich vorstellen könnte zusammen zu sein. Eher so was zum in der Ferne anschauen.
Wie Felix, der sieht toll aus, ist intelligent und hat einen genialen Job, kann Singen und Gitarre spielen, ein Traum von einem Mann. Aber ich will nichts von ihm, nur ihn anschauen und wissen, dass es solche Männer gibt und er nicht der Einzige ist. Sich daran freuen, wissen dass man sich irgendwann wieder verlieben wird, nicht mehr und nicht weniger.
Das ist das, was mir Wolfgang, mit dem ich nie ein Wort gesprochen habe, weil ich uninteressant für ihn war und damals ausgeschaut habe wie eine höchstens 10 jährige, gegeben hat.
Dann kam ein Radiomoderator zu dem ich heute nicht mehr stehen kann, weil ich ihn präpotent, dämlich und komplexbeladen finde.
Vielleicht hat er mich an mich erinnert und ich wollte auch so sein, aber zum Glück war ich schnell darüber hinweg. Na gut, er hat mir die Tür zur Welt des Radios geöffnet.
Und Radio, das war ein anderer Schwarm von mir, die Stimme. Die Tür zu FM4, weil ich sonst nie FM4 gehört hätte und zu Talk Radio. Und über Talk Radio und diesen Mann, dessen Stimme ich immer noch liebe (wie könnte man nicht), die Tür zu Gregor.
Gregor: Er hat auch Talk Radio moderiert, unzählige Male war ich dabei im Studio. (Stimmt nicht, ich weiß ganz genau wie oft es war, sehr oft!)
Mit ihm bin ich weg vom Radio, hin zum Theater gekommen. Etwas mehr wirkliches Leben. Er hat mich mitgenommen, mein stilles immer dabei sein genommen, meine Briefe gelesen, in dem ich ihm erzählt habe, warum ich bin wie ich bin und warum ich gerne anders wäre.
Er hat mir die Gelegenheit gegeben über meinen Schatten zu springen und im Theater wirklich dazu zu gehören. Akzeptiert zu werden in dieser Gruppe Menschen, die ich immer bewundert habe.
Ich lese gerade vom Modellieren von Personen die etwas erreichen, was man auch erreichen will. Irgendwie habe ich das auch gemacht in diesen 3 Jahren.
Ich habe Gregor beobachtet, der irrsinnig extrovertiert und irrsinnig beliebt ist.
Authentisch in seinen Fehlern. Er war mein Modell dafür, nicht perfekt sein zu müssen, was ich sowieso nie sein wollte und geglaubt habe es auch nie sein zu können.
Laut und voll Fehler, unglaublich beliebt und voll Ausstrahlung. So waren viele von ihnen und die beliebtesten waren immer die, die zu ihren Fehlern gestanden sind, die Fragen stellten, wenn sie was nicht wussten, die klar offen und direkt waren.
Das alles hat mir Gregor geschenkt. Mir die Angst davor genommen, Fehler anderen gegenüber einzugestehen, offen zu sein ohne Furcht vor den Konsequenzen und er hat meine Verliebtheit nie ausgenutzt, kein einziges Mal.
Er hätte wohl alles von mir haben können, aber ich bin froh, dass er es sich nicht genommen hat. Er war sich der Verantwortung immer bewusst, die er mir gegenüber hatte und hat sie angenommen und wie ein Freund und Vertrauter reagiert.
Und er ist immer noch ein sehr guter Freund. Und ich weiß auch noch immer warum ich in ihn verliebt war, auch wenn ich es nicht mehr bin und mir nichts mehr mit ihm vorstellen könnte.
Wenn er auf der Bühne steht, verzaubert er die Menschen (Sommerspiele Melk dieses Jahr, hoffe ich kann es mir anschauen) und privat ist er einfach total lieb. Hat mich wieder aufgebaut als ich im Spital war.
Aber irgendwann war es mir zuviel. Er hatte zwei Frauen gleichzeitig und ich stand dabei, Vertraute die alles wusste, die ihn wollte, aber auch belogen wurde irgendwann, wegen fehlendem Vertrauen.
Streit, Hass, Ende und Neuanfang auf neuer Ebene.
FREIHEIT!
Auch Freiheit vom Theater. Es war schwer dort weg zu kommen, schwerer als vom Radio, aber auch etwas was ich unter anderem von Gregor gelernt habe, dass es zwar verdammt schwer ist dort abzuspringen, aber notwendig, wenn man nicht so wie viele andere frustriert und alkoholsüchtig dort im Keller der Illusionen enden will.
Ich bin immer noch still in Gegenwart von vielen Menschen, aber ich stehe dazu und fühle mich wohl damit. Ich weiß, dass ich was zu sagen habe und was sagen kann wenn ich will.
Ich habe nicht mehr das Bedürfnis es zu verändern, weil es ok ist wie es ist.
Und dann kommt Raimund (kurzer Abstecher):
Raimund und ich haben schon irgendwann davor im Theater Händchen gehalten und bisschen gestreichelt, mehr nicht. Auch ein Schauspieler, aber vom Typ Denker.
Deutscher mit einem Akzent, den ich irrsinnig erotisch finde. Seine Stimme faszinierte mich.
Ich war nicht wirklich so verliebt in ihn, ein kleines bisschen vielleicht, aber nicht genug, dass es hätte weh tun können.
Ich war eines Abends bei ihm zu Hause eingeladen, er hatte wieder zu studieren begonnen nebenbei und ein Buch mit Formeln vor sich liegen, die ich logisch zu verstehen versuchte. Und damit kommen wir gleich zu dem was er mir vor allem gegeben hat.
Er hat mir den Glauben an meine Intelligenz gegeben. Er hat zu einer Freundin von mir über mich gesagt, dass ich so schnell rede, weil ich so schnell und viel denke und dass es unglaublich ist zuzuhören, wie es in meinem Kopf arbeitet.
Ich kann nicht mehr genau sagen, was er noch alles gesagt hat, aber ich weiß, dass er mich für sehr intelligent gehalten hat. Was mich gefreut hat, weil ich weiß dass ich nicht blöd bin, aber manchmal daran zweifle und auch bis dahin immer daran gezweifelt habe, dass andere das auch so sehen.
Für geheimnisvoll, weil so still hat mich bald mal wer gehalten, aber intelligent ist etwas was mir noch viel wichtiger ist.
Ein schöner Abend bei ihm, viel getrunken, ich habe bei ihm übernachtet, aber mehr als ein bisschen kuscheln und küssen war nicht drin. Ich wollte nicht mehr, er drängte mich nicht.
Irgendwie habe ich wirklich Glück gehabt mit den Männern.
Dann kam Manfdi.
Ein halbes Jahr nach Gregor cirka. Meine beste Freundin und ich haben uns in Love.at eingetragen zum Spaß, ich hatte grad meinen 25. Geburtstag hinter mir.
Ich habe denen die mich kennen lernen wollten schreckliche Fotos geschickt, geschrieben, dass ich nicht sehr hübsch bin, weil klein und mit Brille und überhaupt, sie also immer vorbereitet zur Sicherheit, damit sie sich keine Illusionen machen.
Als 3. habe ich eben Manfred den ersten getroffen. Und mich sofort verliebt. Sehr schnell, aber doch zu spät hat er mir erzählt, dass er eine Freundin hat, aber die Beziehung nicht so gut läuft und er in einem Alter ist wo er das Gefühl hat, dass er was versäumt und darum eigentlich eine Frau sucht um noch mehr sexuelle Erfahrungen zu machen. (29 Jahre alt, 30er Krise)
Und obwohl ich total sein Typ bin, will er mich nicht verletzen.
Ich wollte mit ihm befreundet sein (kennen wir das von irgendwoher), ich hätte mich auch auf mehr eingelassen (wiederkehrende Muster?!).
Aber er war zum Glück vernünftig.
Er hat mir trotzdem viel gegeben. Meinen Körper, mehr Selbstbewusstsein. Ihm war egal, dass ich klein, dünn und mit winzigen Brüsten ausgestattet war. Darauf steht er besonders meinte er. (So ein Mann der Frauen zur Magersucht treibt, aber ich habe das wirklich gebraucht damals, war sowieso dünn, abnehmen vollkommen unnötig, weil ich eh nie zugenommen habe). Und ich habe gemerkt, dass er das nicht nur so sagt. Er hat mir das Gefühl gegeben, dass ich nicht von allen Männern als kleines Mädchen gesehen werde, sondern auch als Frau. Und dass ich durchaus auch für einige Männer attraktiv sein kann.
Ich hab ihm aus dem Urlaub einen Brief geschrieben, den seine Freundin gefunden hat, er hat den Kontakt abgebrochen, auch dafür bin ich dankbar, weil ich es nicht geschafft hätte. Vor einem halben Jahr haben wir uns wieder getroffen, war schön zu reden und zu sehen, dass wir beide erwachsen geworden sind. Also sagen wir, wir haben uns verändert und werden das auch in Zukunft tun. Das Leben ist sich verändern, erwachsen wird man nie, nur gescheiter.
Dann kam Christian.
Weil ich es in Wien und mit dem Leben nicht ausgehalten habe. Ich hab ihn in einem Chat kennen gelernt, ein Deutscher Chat, weil ich jemanden wollte der weit weg ist.
Wenn schon keiner bereit war sexuelle Erfahrungen mit mir zu machen, weil er mich nicht verletzen will, dann wenigstens im Chat. Lernen was Männern gefällt. Direkt fragen können usw…
Hatte was. Also Cybersex mit einem Unbekannten, dann Fotos ausgetauscht und im Sommer bin ich für eine Woche nach Rügen gefahren. 13 Stunden mit dem Zug.
Hat sich gelohnt. Erste sexuelle Erlebnisse (aber noch nicht so wirklich, das wollte ich nicht, weil ich Angst davor hatte, immer noch, Trauma), aber doch sehr viele Eindrücke.
Und Christian ist jemand der sehr ehrlich ist diesbezüglich. Der sagt was gut ist und was nicht, ihn konnte ich fragen ob küssen so wie es ist ok ist. Er hat mir das Selbstbewusstsein diesbezüglich gegeben. Auch wenn er das Interesse schnell verloren hat, weil er dauerbekifft war und eigentlich nur GV wollte, was es nicht spielte, aber egal.
Er hat mich dann zu Weihnachten in Wien besucht, war auch sehr nett.
Als er wieder ging hatte ich das Gefühl gerne eine Beziehung haben zu wollen, jemand der einfach da ist, wenn man aufwacht, wenn man einschläft,…
Wolfi: Mein allerbester Freund. Muss ich nur erwähnen ,weil er einfach immer da ist, ein Seelenverwandter. Habe eine Nacht mit ihm verbracht, aber nur bissi kuscheln, nix sexuelles. Wolfi hat ähnliche Erfahrungen mit einer Frau wie ich mit W gemacht, er sagt einfach gar nix dazu, er weiß dass es nix bringt, aber er ist da und hört zu.
Dann kam Manfred. 3 Jahre Beziehung. Er hat mir Liebe gegeben. Geborgenheit, Zweisamkeit, so was wie eine Familie. Ich habe aber auch seine Probleme übernommen, seine schreckliche Familie, seinen Alkoholkonsum, seine teilweise schrecklichen Freunde.
Er hat mir soviel gegeben dass ich es kaum aufschreiben kann.
Das Gefühl geliebt zu werden. Lieben zu können. Aber auch da habe ich mich weiterentwickelt.
Ich bin froh, dass er es geschafft hat Schluss zu machen, als es nicht mehr schön war. Als das Negative stärker war. Die Angst vor dem Verlassen werden groß, die sexuelle Beziehung schlimm, voll Angst und Zwang und nur aus der Angst sonst betrogen zu werden heraus.
Neurodermitis und Qualen. Er kann nichts dafür, das waren alles meine eigenen Probleme. Ich habe soviel gelernt daraus. Und bin einfach froh, dass es gewesen ist.
Und hoffe dass es irgendwann wieder so eine Beziehung geben wird.
Es ist unfair über Wolfi und Manfred so wenig zu schreiben, weil sie eigentlich am Wichtigsten waren. Aber sie waren alle wichtig, wie man sieht.
Und schließlich W.
Er hat mich gerettet nach der Trennung, wir haben uns gegenseitig gerettet. Er hat mir sehr viel sexuelles Selbstbewusstsein gegeben, die Fähigkeit Sex zu genießen, zu verführen, offen über Wünsche zu reden. Unglaublich sensibel. Zu verwöhnen und zu es zu genießen verwöhnt zu werden.
Er hat mir noch viel mehr gegeben, ich habe mich sehr verändert in den letzten eineinhalb Jahren. Innerlich vor allem.
Woran auch Robert mit beteiligt war, der mir immer zugehört hat, die richtigen Sachen gesagt hat, mir NLP geschenkt hat und mir immer wieder Kraft geben konnte.
Etwas was W auch kann, auf andere Art und Weise.
Ich fühle mich unabhängig und frei. Nicht ganz frei, weil mein Herz im Moment W gehört.
Aber ich glaube ich werde von ihm auch lernen loszulassen und meinen Weg zu gehen, wenn die Zeit gekommen ist. Mit Roberts Hilfe.
Aber dieses Kapitel ist noch nicht geschrieben.
Ich war unscheinbar, ruhig und unzufrieden damit, wollte ganz anders sein, habe mich für unattraktiv, unbegehrt, für ein kleines Mädchen ohne jeden Reiz gehalten für das sich keiner interessiert.
Und es sind tatsächlich diese Männer in meinem Leben gewesen, die das geändert haben.
Danke an alle. Und an alle Männer /Menschen die da noch kommen in meinem Leben.
(Bei der Gelegenheit auch Danke an Andrea die mir bei meiner spirituellen Entwicklung Begleiterin und beste Freundin war, Susanne ohne die ich die Matura nicht so gut geschafft hätte (weil ich den Ehrgeiz hatte gut zu sein für einen kurzen Moment), Kathi, die schon so lange mitgeht (20 Jahre), Sabrina ohne die ich niemals Wolfgang1 kennen gelernt hätte, Carmen für die Zeit auf der Uni, Gerit, Hanna und Werner fürs Theater, die Leute aus dem Jugendforum fürs Zuhören und Staunen, und die Menschen aus dem Online Tagebuch für ihr Interesse!)